Jusos enttäuscht über Breitbandkompromiss

Vorstand der Jusos Wittmund
 
 

Enttäuscht nahmen die Jusos Wittmund die Mitteilung des Landkreises zum Ablauf des Breitbandausbaus zur Kenntnis: „Die angekündigte Lösung ist leider nur ein kurzsichtiger Kompromiss“, so der Juso-Vorsitzende, Kai-Uwe Lassowski, in einer Pressemitteilung.

 

Glasfaser lediglich bis zu den Kabelverzweigern zu verlegen, bedeute, dass die jetzt geförderten Gebiete zu einem späteren Zeitpunkt erneut ausgebaut werden müssten. Dann würden jedoch wieder andere Gebiete Vorrang haben und es komme zum Investitionsstau. „Der Landkreis verpasst hier die Chance, eine Vorreiterrolle in Sachen digitaler Infrastruktur einzunehmen. Schnelles Internet bedeutet längst auch ein Stück Lebensqualität. Und Lebensqualität sollte immer perspektivisch gedacht werden“, kritisiert der Juso-Vorsitzende. Der Landkreis hatte am Donnerstag bekanntgegeben, Glasfaserkabel vorerst nur bis zu den Kabelverzweigern verlegen zu wollen. „Auf der letzten Meile bleibt es somit beim veralteten Kupferkabel, obwohl klar ist, dass ein vollständiger Ausbau mit Glasfasertechnologie auf lange Sicht notwendig sein wird“, so Lassowski weiter.

Sollte darüber hinaus beim Ausbau die neue Vectoring-Technologie der Telekom zum Einsatz kommen, fördere man zudem die Monopolstellung des Unternehmens. Da einzelne Kabelverzweiger immer nur von einem Anbieter ausgebaut und kontrolliert würden, schließe das Verfahren einen funktionieren Wettbewerb systematisch aus. Der Zugriff auf den Endkunden durch den Internetanbieter erfolge beim Vectoring virtuell – immer über den jeweiligen Betreiber des Kabelverzweigers als zusätzlichen Dienstleister. Dies ginge zu Lasten regionaler Betreiber. „Es ist kein Geheimnis, dass sich die Telekommunikationsunternehmen derzeit im Streit darüber befinden, ob der Einsatz von Vectoring überhaupt erlaubt werden sollte“, so der Juso-Vorsitzende mit Verweis auf zahlreiche Presseberichte.

„Die Technologie ist innovativ, sie kommt jedoch einige Jahre zu spät und verzögert jetzt den Glasfaserausbau“, kritisiert sein Stellvertreter aus Esens, Nils Saathoff. Beim Vectoring wird durch gezielte Störgeräuschreduzierung eine erhöhte Übertragungsrate über alte Kupferkabel erreicht. „Glasfaser bis zum Endverbraucher ermöglicht jedoch Übertragungsraten, die mehr als zehn Mal höher sind als es mit Vectoring möglich sein wird – unabhängig von der Entfernung zur nächsten Verteilerstelle“, so Saathoff.

Die Jusos Wittmund hatten sich bereits in der Vergangenheit für den Einsatz von Glasfaser statt Kupferkabel und Vectoring eingesetzt. „Eine Investition in Glasfaser ist eine Investition in die Zukunft – auch in die Zukunft unseres Landkreises. Davon brauchen wir mehr, nicht weniger.“